Wasserstoff für Alle
Die Hauseigene Tankstelle

Die von Andreas Züttel mitgegründete Firma GRZ Technologies arbeitet an einem vereinfachten Herstellungsverfahren und einer Niederdruckspeicherlösung für Wasserstoff. Das könnte der dringend benötigten Wasserstoffinfrastruktur für eine nachhaltige und umweltschonende Energiewende neue Impulse geben.

Die Technologie zur Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff ist in einem gerade einmal waschmaschinengroßen Gerät untergebracht. Darin verbaut sind ein zur Wasserstofferzeugung benötigter Elektrolyseur sowie ein Niederdrucktank zur Speicherung von ca. 5 Liter reinen Wasserstoffs. Der Trick ist, dass die Minitankstelle ohne externen hohen Druck von bis zu 1000 Bar und die starke Kühlung auf weniger als minus 200 Grad auskommt, die für Wasserstoffspeicher normalerweise nötig sind. Das System absorbiert stattdessen in einem neu entwickeltes Metallhydrid die H2-Moleküle. So lässt sich das Gas bei Raumtemperatur und einem niedrigen Druck von fünf Bar lagern.

Soll der Wasserstoff wieder abgegeben und beispielsweise in ein Auto gefüllt werden, muss das Gas allerdings bis auf 700 Bar verdichtet werden, sonst bräuchte das Fahrzeug einen riesigen Tank. Bisherige H2-Kompressionsketten verbrauchten aufgrund zahlreicher Verdichtungszyklen viel Strom und waren ziemlich laut. Der GRZ-Kompressor hingegen kommt nach seinen Angaben mit einem einzigen leisen Verdichtungsschritt aus, für den noch nicht mal Strom nötig ist. Er erwärmt den Wasserstoff, etwa über einen Wärmetauscher. Damit steigt der Druck und treibt das Gas aus dem Speicher. „Der Wasserstoff im Metallhydrid ist doppelt so dicht wie Flüssigwasserstoff“, sagt Züttel. Der Speicher- und Austreibvorgang lässt sich beliebig oft wiederholen. Noch erreicht das Gerät nur 200 Bar. Aber mit einer höheren Temperatur – damit allerdings auch mit einem höheren Strombedarf – sind Züttel zufolge auch 700 Bar möglich.

Bis zum Jahresende sollen die ersten Prototypen fertig sein. Darüber hinaus entwickelt GRZ Technologies einen Kompressor für den Pkw-Hersteller Hyundai und mit Burckhardt Compression aus Winterthur einen größeren Speicher zum Betanken von Lastwagen. Laufen die Tests nach Plan, könnte es nach Züttels Schätzung vielleicht schon im nächsten Sommer die ersten kommerziellen Produkte geben.

Züttel zufolge ist es denkbar, später einmal auch die Autotanks mit Hydriden zum Speicher zu machen. „Die Hersteller würden gern zu Hydridtanks übergehen, weil sie vermeiden möchten, dass mal ein Unfall passiert und ein Drucktank mit 700 Bar in die Luft fliegen könnte“, so der Physiker. Das sei zum Glück noch nicht passiert, sei aber womöglich nur eine Frage der Zeit und der höheren Verbreitung.



Quellen: ooh.wwwentorno.com

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